Holocaust-Überlebende Frau Dr. Eva Umlauf besuchte unsere Schule

Geschichte Vortrag

Einen besonderen Gast durfte unsere Schule begrüßen: Die Holocaust-Überlebende Frau Dr. Eva Umlauf war aus München angereist, um über ihre Erfahrungen als Jüdin am Ende des 2. Weltkriegs zu berichten und um uns aus ihrem 2016 erschienenen Buch „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen“ vorzulesen.

Impressionen zum Vortrag von Frau Dr. Eva Umlauf
Bildstrecke: Impressionen zum Vortrag von Frau Dr. Eva Umlauf

Nach einer freundlichen Begrüßung und appellierenden Ansprache unseres Schulleiters Herrn Höß begann Frau Dr. Umlauf zu erzählen. Sie wurde 1942 im Zwangsarbeitslager Nováky geboren. Insgesamt wurden hier nur fünf Kinder zur Welt gebracht. Sie berichtete vom Tag ihrer Geburt, an dem es so kalt war, dass warmes Wasser in der Schüssel gefror.

Allgemein schilderte sie eingängig die Zustände im Lager und über Freundschaften zwischen den Häftlingen. Im Alter von zwei Jahren wurde sie schließlich mit ihrem Vater und ihrer schwangeren Mutter in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde ihr die Häftlingsnummer eintätowiert, an diesen Moment kann sie sich, obwohl sie damals erst zwei Jahre alt war, erinnern.

Ihre Mutter, ihre Schwester und sie überlebten wie durch ein Wunder, da der Betrieb der Gaskammer kurz vor ihrer Ankunft eingestellt wurde. Jedoch wurde die Familie vom Vater getrennt, der wenig später im KZ Mauthausen ermordet wurde.

Nach ihrer Befreiung durch die Rote Arme kehrten die Frauen in die Slowakei zurück. Frau Dr. Umlaufs Jugend war geprägt von Antisemitismus in Osteuropa. Nach Abschluss ihres Medizinstudiums in Bratislava gingen sie nach Deutschland, also in das Land der Täter. Dort lernte die Zeitzeugin so schnell wie möglich die deutsche Sprache, viele Überlebende des Holocaust taten dies, verständlicherweise, nicht.

Auch mit ihren Kindern und später in ihrem Beruf als Kinderärztin sprach sie überwiegend Deutsch. Nach ihren Erzählungen eröffnete Frau Dr. Umlauf das Gespräch, bei dem Schüler und Schülerinnen Fragen an sie stellen konnten. Es wurden viele interessante und teilweise auch aktuelle Themen wie der Krieg in Israel besprochen.

Gerade in dieser Zeit, wo Rechtsextremismus und Antisemitismus in unsere Gesellschaft stark zunehmen, ist es wichtig, über die schreckliche Geschichte Deutschlands aufgeklärt zu werden, dass sich Taten wie diese nie wieder wiederholen! Außerdem erzählte sie, warum sie ihr Buch unbedingt schreiben wollte und welcher der emotionalste Moment während der Recherche für sie war. Am Ende der Veranstaltung erklärte sich Frau Dr. Umlauf sogar noch bereit, ihre Häftlingsnummer am Unterarm zu zeigen.

Wir Schüler und Schülerinnen sind sehr dankbar für diesen Vortrag, denn wir werden sicherlich die letzte Generation sein, die mit Zeitzeugen persönlich sprechen kann. Vielen Dank an Frau Dr. Umlauf, die uns diese besondere Erfahrung ermöglicht hat!!

Auch auch ein großes Dankeschön an Frau Claudia Makowski, die den Kontakt zu Frau Dr. Umlauf hergestellt hat.

Aktueller Beitrag auf BR24 über Frau Dr. Umlauf.