Die Künstlerin Stephanie Lunkewitz dokumentiert in dem bewegenden Kinderbuch „Ich war Eva Diamant“ die Überlebensgeschichte von Eva Szepesi – von der bürgerlich-jüdischen Familienidylle in Budapest, der beginnenden Ausgrenzung, dem Verlust von Vater, Mutter und Bruder, dem Überleben im Versteck und schließlich die Deportation ins Konzentrationslager Auschwitz. Die autobiographischen Schilderungen der Protagonistin werden eindrucksvoll illustriert durch originalgetreue, treffende Guache-Bilder von Stephanie Lunkewitz.
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen und des Leistungsfachs Geschichte der Q12 waren sehr angetan von der Lesung, die der Michaelsbund und die Stadtbücherei Dorfen unserer Schule am 8. Oktober ermöglichten. Stephanie Lunkewitz brachte dabei mehrere Lesestücke aus ihrem Buch zu Gehör und ergänzte sie mit weiteren Hintergrundinformationen aus Eva Szepesis Erfahrungswelt. Sie habe sich über mehrere Jahre hinweg immer wieder mit der Holocaust-Überlebenden getroffen und dadurch eine enge Beziehung zu ihr aufgebaut. Als besonders bewegend empfand sie es, zwei Tage vor dem Besuch unserer Schule mit Eva Szepesi die KZ-Gedenkstätte Dachau aufzusuchen und sie über den Appellplatz zu den Baracken und zum Krematorium zu begleiten. Mit bewundernswerter Leichtigkeit berichtete Stephanie Lunkewitz auch vom Verlust ihres Hauses in Los Angeles am 7. Januar 2025 als Folge verheerender Waldbrände in Kalifornien – exakt an dem Tag, an dem das Buch „Ich war Eva Diamant“ im Ariella-Verlag erschien. Sie sei nur glücklich darüber, dass sie und ihre Familie überlebt haben, ebenso darüber, dass ihr Mann das Skizzenbuch retten konnte, das als Grundlage des Buches diente. Sie zitierte auch den 103-jährigen Holocaust-Überlebenden Joe Alexander mit den Worten: „Never give up hope and believe that tomorrow will be a better day.”
Die Ausführungen von Stephanie Lunkewitz gingen unseren Schülerinnen und Schülern sehr nahe. Schulleiter Markus Höß dankte der Autorin vielmals für ihren Besuch und ihre bewegende Lesung, ebenso dem Geschäftsführer des Michaelsbunds, Herrn Stefan Eß, der Frau Lunkewitz begleitete und dieses Angebot vermittelt hatte.